07.12.2016
Tarifauftakt Textil ohne Ergebnis

Der Nikolaus hatte nichts für die Beschäftigten in seinem Sack, als sich IG Metall und Arbeitgeber am 6. Dezember zum Verhandlungsauftakt der Textiltarifrunde in Ingolstadt trafen. Auch eine trotz klirrender Kälte schwungvolle Aktion konnte nichts an der starren Haltung letzterer ändern - vielleicht kommen sie ja über die Feiertage zur Besinnung.

4,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate und eine verbesserte Altersteilzeit forderten rund 100 Beschäftigte stellvertretend für ihre etwa 50.000 Kolleginnen und Kollegen der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Verhandlungsführer Manfred Menningen nannte die Forderung fair, bezahlbar und zukunftsorientiert und betonte: "Wer die Branche zukunftsfest machen will, muss in die Menschen investieren." Das gilt unter anderem für die Tarifbindung, denn rund dieselbe Anzahl von Beschäftigten arbeitet in der Textil- und Bekleidungsindustrie in Betrieben ohne Tarifvertrag.

Neben der Entgeltfrage steht besonders die Verlängerung des bestehenden Tarifvertrages zur Altersteilzeit auf der Agenda der IG Metall. Nach Überzeugung der IG Metall müssen dessen Konditionen spürbar verbessert werden, erklärte Carsten Kuttnik, zuständiger Tarifsekretär der IG Metall in Bayern: "Wer jahrelang im Betrieb harte Arbeit geleistet hat, der muss auch eine faire Möglichkeit zum Ausstieg haben." Aktuell zahlen die Arbeitgeber nur einen Anteil von 475 Euro, was für die Beschäftigten der Branche unter dem Strich deutliche finanzielle Verluste bedeutet.

Auch die derzeitige Altersteilzeitquote von zwei Prozent ist zu niedrig in der Textilbranche, deren Beschäftigte einen relativ hohen Altersdurchschnitt haben. Die IG Metall will daher die Chance auf den vorzeitigen Ruhestand für mehr Menschen, zumal die Tätigkeiten überwiegend mit starken Belastungen verbunden sind.

Die Arbeitgeber konnten oder wollten wie so oft zur ersten Verhandlung kein eigenes Angebot machen und beschränkten sich auf Wehklagen über angeblich zu hohe Kosten der Altersteilzeit. Für Entgelterhöhungen sehen sie ebenfalls wenig Luft, hier wurde unter anderem mit steigenden Materialkosten argumentiert.

An dieser Blockadehaltung wird sich also bis zum nächsten Verhandlungstermin am 17. Januar in Bielefeld noch einiges ändern müssen. Zum 31. Januar laufen die bestehenden Tarifverträge aus, dann endet auch die Friedenspflicht und Warnstreiks sind möglich. Die Arbeitnehmerseite wird ihrerseits trotz der "stillen Zeit" diskutieren, wie sie ihren Forderungen in den Betrieben den nötigen Druck verleihen kann.

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